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Endoprothesen am Hüftgelenk


"So wenig Prothese wie möglich, soviel wie nötig!"
Leitsatz Arthro Clinic

Die Endoprothetik des Hüftgelenks bezeichnet den Ersatz der abgeriebenen Gelenkflächen des Hüftgelenks durch eine Prothese.
Das Hüftgelenk ist ein Kugelgelenk und verbindet das Bein mit dem Rumpf des Körpers. Im Laufe des Lebens kann es zu einem Abrieb der glatten Gelenkflächen kommen (Arthrose) . Dies kann altersbedingt passieren (sogenannte "primäre Coxarthrose"),  aber in selteneren Fällen auch krankheitsbedingt bei jungen Patienten (sogenannte "sekundäre Coxarthrose" z. B. nach Hüftdysplasie, Hüftkopfnekrose, Perthes-Krankheit, Epiphyseolysis capitis femoris u. a.).

Gesunde H�fte

Abb. 1: Gesundes Hüftgelenk

Arthrotische H�fte

Abb. 2: Arthrotisches Hüftgelenk

In der Abbildung 1 sehen Sie ein gesundes Hüftgelenk. Sehr deutlich zeigt sich die dicke Knorpelschicht des gleichmäßig runden Oberschenkelkopfes. Der Hüftkopf gleitet in einer Pfanne des Beckenknochens. Auch die Pfanne ist mit einer dicken Knorpelschicht zum reibungsarmen Gleiten der Gelenkpartner beschichtet.
Im Vergleich sehen Sie in der Abbildung 2 ein verschlissenes, arthrotisches Hüftgelenk. Der Hüftkopf ist nicht mehr rund, sondern abgeflacht. Die Knorpelschicht im Gelenk existiert nicht mehr, stattdessen haben sich kleine Zysten im Oberschenkelkopf und in der Beckenpfanne gebildet.

Wenn Sie trotz schmerzstillender Medikamente eine deutliche Lebenseinschränkung verspüren und ihre schmerzfreie Gehstrecke stark reduziert ist, so empfehlen wir das Einsetzen einer Hüftprothese.
Während es vor einigen Jahren eigentlich nur eine Form der Hüftprothese gab, so gibt es inzwischen 3 unterschiedliche Typen (für spezielle Fälle gibt es zusätzlich Sonderprothesen).

 

Welcher Prothesen-Typ ist der richtige mich?

Wir wählen mit Ihnen gemeinsam das Modell aus, was für Sie individuell am geeignetsten ist!

 
1. Geradschaftprothese

Die Geradschaftprothese ist der "Klassiker" der Hüftprothesen. Es gibt sie seit vielen Jahren und sie hat durch viele Studien ihre lange Haltbarkeit von durchschnittlich 15 Jahren bewiesen.

Abb. 3: Geradschaftprothese

Die Abbildung zeigt eine solche typische Geradschaftprothese. Ein gerader Metallschaft wird in den Oberschenkelknochen eingebracht. Darauf wird eine Metall- oder Porzellankugel gesetzt. Am Becken wird eine Metallpfanne eingesetzt, welche ein Kunststoff-Innenleben besitzt. Die Kugel kann nun in der Kunststoffbeschichteten Pfanne rotieren und alle Bewegungen ausführen, die früher mit Ihrem normalen Hüftgelenk möglich war.
Je nach ihrer Knochenbeschaffenheit (z. B. weiche Knochen bei Osteoporose) kann sowohl der Schaft als auch die Pfanne mit Knochenzement einzementiert werden.

Wir empfehlen die klassische Geradschaftprothese für unsere älteren Patienten. Sie hat den Vorteil, dass sie auch bei weichem, brüchigen Knochen einen guten Halt findet.

 

2. Kurzschaftprothese

Vor einigen Jahren wurde ein neuerer Typ der Hüftprothese entwickelt. Es zeigte sich nämlich, dass man beim Wechsel einer Geradschaftprothese viel vom gesunden Knochen opfern muss, um den Schaft zu entfernen. Als Folge musste man noch größere Modelle einsetzen. Besonders für jüngere Patienten mit der sogenannten sekundären Coxarthrose (s. o.) ist dies unbefriedigend, da bei ihnen mehrere Wechseloperationen wahrscheinlich sind. Deshalb wurde eine Prothese entwickelt, die nicht weit in den Oberschenkelknochen ragt und bei deren Wechsel auch nicht soviel gesunder Knochen entfernt werden muss.

Nanos

Abb. 4: Kurzschaftprothese

Diese Prothese hat einen kleinen gebogenen Schaft, der nur in den obersten Teil des Oberschenkelknochens eingebracht wird. Die Pfanne und dazugehörige Kugel sind ähnlich der Pfanne und Kugel der Geradschaftprothese. Studien zeigten, dass auch die Kurzschaftprothese eine durchschnittliche Haltbarkeit von 15 Jahren besitzt. Wird sie einmal locker, so können wir sie durch eine zementlos eingesetzte Geradschaftprothese ersetzen.

Die Kurzschaftprothese benötigt für ihren korrekten Sitz und Halt eine gute Knochenqualität. Sie ist für Patienten mit Osteoporose nicht geeignet!

 

3. Oberflächenersatz-Hüftprothese

Die neueste Entwicklung in der Hüft-Endoprothetik ist der "Oberflächenersatz" der Hüfte. Sie wird auch "Hüftkappe" oder "Kappenprothese" genannt.  Während der Entwicklung dieser Prothese war wiederum das Ziel, so wenig Knochen wie möglich während der Operation zu opfern. Beim Kniegelenk zum Beispiel ist eine Oberflächenersatzprothese schon seit Jahren die Standardprothesenversorgung. Ähnlich wie Ihr Zahnarzt einen Zahn abschleift und eine Krone aufsetzt, wird bei der Oberflächenersatz-Prothese nur die abgeriebene Gelenkfläche im Hüftgelenk abgeschliffen und der Hüftkopf bekommt einen "Hut", nämlich eine Metallkappe, aufgesetzt. Die Metallkappe kann in einer metallischen Pfanne im Beckenknochen gleiten. Diese ist nicht mit Kunststoff überzogen. Zum besseren Halt wird die Metallkappe am Oberschenkelkopf mit einer geringen Menge Knochenzement befestigt. Die Pfanne wird wie bei den anderen Prothese meist zementfrei eingesetzt.

 

Oberfl�chenersatz-H�ftprothese

Abb. 5: Oberflächenersatz-Hüftprothese

Sollte diese Prothese einmal locker werden, so kann sie durch eine Kurz- oder Geradschaftprothese ersetzt werden.

Dieses Modell können wir nur bei Patienten einsetzen, die keinen weichen Knochen haben (Osteoporose), außerdem darf der Hüftkopf durch die Arthrose noch nicht zu stark verformt sein. Die heutigen Studien zu dieser Prothese erlauben einen Rückblick auf 8 Jahre. Es zeigt sich eine ähnliche Lockerungsrate wie bei den anderen Prothesenmodellen, so dass wir zur Zeit von einer durchschnittlichen Haltbarkeit von ca. 15 Jahren ausgehen. Aufgrund der gleichen anatomischen Form wie ein normales Hüftgelenk zeigt sich mit dieser Prothese eine deutlich niedrigere Ausrenkungsgefahr nach Operation wie sie z. B. bei den obigen Modellen besteht, aber im Gegensatz dazu ist die Gefahr eines Schenkelhalsbruches minimal erhöht.

 


 

Häufig gestellte Fragen zum Thema Hüftprothese

Frequently asked questions (FAQs)

 

Wann weiß ich, dass ich eine Hüftprothese benötige?

Als große Entscheidungsrichtlinie dient uns Ihre Lebensqualität. Ist Ihre Lebensqualität durch Schmerzen entscheidend beeinträchtigt, so halten wir den Eingriff für gerechtfertigt, egal wie alt Sie sind. Als weiteres Merkmal dient uns Ihre schmerzfreie Gehstrecke. Sollte Sie überhaupt nicht mehr schmerzfrei gehen können, ist eine OP angeraten. Ebenfalls halten wir eine Hüftprothese für angeraten, wenn Sie täglich Tabletten gegen Schmerzen einnehmen müssen (z. B. Diclofenac oder Ibuprofen).

 

Kann ich mit einer Nickelallergie eine Hüftprothese bekommen?

Die meisten Hüftprothesen-Modelle sind aus Titan hergestellt, so dass wir diese ohne Probleme auch bei Patienten mit Nickelallergie einsetzten können. Lediglich der Standard-Oberflächenersatz (Hüftkappe, ASR-Hüftprothese) besteht aus einer Metalllegierung, die auch Nickel enthält. Aber auch in diesem Fall ist eine Operation möglich: Wir bestellen dann eine Titan-Sonderanfertigung für Sie.

 

Wie lange "hält" eine Hüftprothese?

Langzeit-Studien zeigen, dass eine Hüftprothese im Durchschnitt 15 Jahre fest im Knochen verankert ist. Sehr selten kann es zu einer Frühlockerung kommen, dann muss die Prothese nach kurzer Zeit ausgewechselt werden. Oft wird in diesem Fall eine Infektion vermutet. Es gibt auch viele Fälle, in denen Patienten weit über 20 Jahre sorgenfrei mit ihrer Prothese leben.

 

Was passiert, wenn sich die Hüftprothese lockert?

Eine Lockerung der Hüft-Prothese kann viele Ursachen haben. In seltenen Fällen lockert sich die Prothese aus mechanischen Gründen. Häufiger ist jedoch eine Infektion des Hüftgelenks mit Bakterien. Als Hauptursache wird inzwischen die "Abriebkrankheit" (Particle-Desease) angenommen. Dabei werden im Laufe der Zeit durch das mechanische Rotieren der Hüftprothesen-Kugel in der Pfanne aus dem Kunststoffüberzug der Hüftprothesen-Pfanne mikroskopisch kleine Partikel gelöst und gelangen ins Gelenk. Lagern sich dies Partikel zwischen Prothese und Knochen ab, so versucht die körpereigene Abwehr diese Partikel zu eliminieren. Sogenannte Fresszellen verursachen eine chronische Entzündung zwischen Prothese und Knochen. Es resultiert eine Lockerung der Prothese. In diesem Fall muss sie ausgetauscht werden gegen ein neues Modell. Die Prothese muss dabei aus dem Knochen gelöst werden, was oft nur unter Mitnahme von Knochenmaterial möglich ist. Es ist einfacher einer zementfrei eingesetzte Prothese zu entfernen. Bei einer zementierten Hüftprothese muss oft mehr Knochen entfernt werden als bei einer zementfreien.

 

Hält eine zementierte Hüft-Prothese länger als eine zementfreie?

Nein. Eine zementierte Hüft-Prothese hat anfänglich bei einem weichen oder brüchigen Knochen (Osteoporose) einen festeren Sitz. Der Patient kann dann sofort mit dem gesamten Körpergewicht auftreten. Auf die Dauer des Prothesensitzes hat Zement keinen Einfluss. Wir zementieren Hüftprothesen bei Ersteingriffen nur, wenn der Patient eine deutliche Osteoporose hat. Häufig muss eine Prothese beim Wechseleingriff zementiert werden.

 

Wie hält eine zementfreie Hüftprothese im Knochen?

Die zementfreie Hüftprothese hat eine spezielle Oberflächenbeschichtung (Hydroxyl-Apatit) in die der Knochen einwachsen kann. Damit von Anfang an eine Stabilität der Prothese besteht, wird diese sehr fest in den Knochen eingebracht, wo sie sich verkeilen kann. Wir nennen dies "Press-Fit".

 

Werde ich meinen Sport wieder aufnehmen können?

Generell gilt, dass es keine eigentlichen "Sportprothesen" gibt. Mit der Hüftprothese können Sie problemlos im Alltag spazieren gehen, Fahrrad fahren oder schwimmen. Problemlos ist auch Nordic-Walking möglich. Ballsport und Mannschaftssport-Arten sind mit einer Hüftprothese nur bedingt möglich. Tennis ist z. B. mit einer Hüftprothese nur noch bedingt möglich. Eine Ausnahme bildet das Golfspiel, wo sie auch keine deutliche Einschränkung spüren werden.

Insgesamt zeigt sich jedoch, dass eine höhere sportliche Belastung mit einer verringerten Lebenserwartung Ihrer Hüftprothese einhergeht.

Statistisch gesehen ist die Haltbarkeit einer Hüftprothese bei jüngeren Männern am geringsten, da diese auch am aktivsten sind und oftmals noch sportliche Ansprüche haben. Bei diesen Patienten muss überdurchschnittlich oft die Prothese schon vor dem Erreichen des 15. Jahres gewechselt werden.

 

Wie erfolgt die Planung und Organisation meiner Operation in der Arthro-Clinic- Praxis?

Sie können über unsere Homepage oder telefonisch ( 040 - 675 620 0 ) einen Termin zur Untersuchung und Vorbesprechung vereinbaren. Nehmen Sie bitte zum Termin alle Röntgen-Bilder mit, die Sie von der Hüfte besitzen. Wir werden Ihre Krankengeschichte aufnehmen und Sie anschließend körperlich untersuchen. Dann erfolgt eine Beurteilung Ihrer Röntgen-Bilder. Schließlich besprechen wir mit Ihnen, ob eine Hüftprothese sinnvoll ist und wenn ja, welchen Modelltyp wir Ihnen empfehlen. Anschließend erfolgt die Aufklärung zur Operation und eine Terminvergabe.

 

Wo findet meine Operation statt?

Die Operation erfolgt entweder in der Park-Klinik Manhagen Großhansdorf oder in der Asklepios-Klinik Bad Oldesloe.

Die Park-Klinik Manhagen liegt am nord-östlichen Stadtrand von Hamburg in einem herrschaftlichen Landschaftspark. Hier operieren wir jährlich über 250 Hüftprothesen. Unser Pflegepersonal ist auf die Betreuung orthopädischer Patienten spezialisiert, ebenso unser engagiertes Krankengymnastik-Team. Zusätzlich bietet die Park-Klinik Manhagen den Komfort eines Sterne-Hotels. Besuchen Sie doch zum Kennenlernen die Website der Park-Klinik Manhagen: http://www.park-klinik-manhagen.de

In der Klinik in Bad Oldesloe ist auch eine Intensivstation angegliedert, so dass wir Sie dort operieren, wenn Sie gesundheitlich vorbelastet sind (Herz- oder Lungenerkrankungen) und Komplikationen nach der Operation nicht auszuschließen sind. Hier die Website der Asklepios-Klinik Bad Oldesloe: http://www.asklepios.com/BadOldesloe/

 

Übernimmt meine Krankenkasse/ Krankenversicherung die Kosten der Operation?

Ihre Krankenkasse übernimmt in jedem Fall die Kosten der Operation, egal ob wir Sie in der Park-Klinik Manhagen Großhansdorf oder in der Asklepios-Klinik Bad Oldesloe operieren. Wenn Sie mit Zusatzleistungen versichert sind (z. B. Chefarzt-Behandlung, Ein- oder Zweibett-Zimmer) dann können Sie dieses direkt bei der OP-Terminvergabe angeben.

 

Wie lange dauert mein stationärer Aufenthalt?

Sie verbleiben 12 bis 14 Tage in unserer akut-stationären Behandlung. Für Angehörige können wir gerne ein Hotelzimmer in der Nähe organisieren.

Nach dem Ablauf der akut-stationären Behandlung können Sie entweder für 2 bis 3 Wochen eine stationäre Rehabilitation antreten oder aber über einen Zeitraum von 3 Monaten ambulant von zuhause aus eine Rehabilitation bei einer ortsansässigen Krankengymnastik-Praxis durchführen.

Die stationäre Rehabilitation kann entweder in Heimatnähe durchgeführt werden oder in Kliniken des Kostenträgers (z. B. LVA).

 

Wie lange werde ich an Gehstützen gehen?

Für einen Zeitraum von ca. 6 Wochen werden Sie Unterarmgehstützen benötigen. Danach werden Sie immer größere Strecken ohne Gehstützen gehen.

 

Wie lange bin ich durch die Operation in meinem Alltagsleben behindert?

Wenn Sie nach 6 Wochen langsam die Gehstützen zur Seite legen, dann werden Sie kaum noch an Ihre Hüftprothese denken. Nach 3 Monaten sollten Sie komplett schmerzfrei sein und ein normales Gangbild wiedererlangt haben. Natürlich sollen Sie uns und Ihren Klinikaufenthalt in angenehmer Erinnerung behalten, aber das größte Kompliment für uns ist, wenn Sie vergessen haben, dass Sie an der Hüfte operiert worden sind.

 

Schlüsselworte:

Hüftprothese, Hüftarthrose, Coxarthrose - zementierte Prothese, zementfreie Prothese, Geradschaftprothese, Kurzschaftprothese, Mayo-Prothese, Oberflächenersatzprothese, Kappenprothese, ASR-Prothese - Nickelallergie


 
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