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Endoprothesen am Schultergelenk

Für jedes Problem das geeignete Implantat.

Der Schultergelenksverschleiß ( Arthrose der Schulter oder auch Omarthrose) führt zu Schmerzen und mit der Zeit auch zu Bewegungseinschränkungen. Ist dies mit konservativen Behandlungsmethoden nicht zu beherrschen, wird ggf. der künstliche Ersatz von Knorpel bzw. die Implantation einer Schultergelenksprothese notwendig. Die heute verwendeten Implantate werden seit ca. 1970 eingesetzt und ständig weiterentwickelt. Nach dem Hüftgelenk ( 150000 Endoprothesen/ Jahr ) und dem Kniegelenk ( 100000 Endoprothesen/ Jahr) werden im Schultergelenk ( 3000 Endoprothesen/ Jahr) heute die meisten Endoprothesen eingebaut, Tendenz steigend. Die Haltbarkeit der Schulterendoprothesen lassen sich mittlerweile mit denen der Hüft- und Knieendoprothesen vergleichen. 95% der Schulterendoprothesen funktionieren 10 Jahre und 80% 15 Jahre nach Implantation noch gut. Es existieren verschiedene Modelle, die in Abhängigkeit vom Alter des Patienten, der Knorpelschädigung, der Knochenstruktur, der Muskelmanschette etc. Verwendung finden.

 

HemiCAP

Abbildung HemiCap

HemiCap im Roentgenbild

Dies ist der kleinste minimal-invasive Eingriff zur Behandlung von lokalen Knorpelschichtdefekten mit einem künstlichen Ersatz. Unter arthroskopischer Kontrolle wird mit einem kleinen Schnitt eine Art Schraube in den Oberarmkopf eingebracht, deren Kopf mit einer speziellen Beschichtung den lokalen Knorpeldefekt ersetzt.

Damit wird die Gelenklauffläche präzise wiederhergestellt, ohne die ursprüngliche Biomechanik zu verändern. Dies dient insbesondere zur Schmerzreduktion bei Patienten mit kleinen Knorpeldefekten, die für den Einbau einer Schulterprothese noch zu jung sind.

HemiCap implantiert (schematisch)

 

  

Humerusoberflächenersatz (Cup Prothese)

Cup Prothese von außen

  Cup Prothese von innen

 

Ist die "normale" Schulteranatomie nicht wesentlich durch die Arthrose verändert und die Rotatorenmanschette intakt bzw. reparabel, kann ein Humerusoberflächenersatz eingesetzt werden. Dies eignet sich insbesondere bei jungen Patienten, die ein knochenerhaltendes Implantat benötigen. Die Cup Prothese findet aber auch bei älteren Patienten Verwendung, wenn die oben beschriebenen Vorraussetzungen gegeben sind. Hierbei wird nicht das gesamte Schultergelenk ( Oberarmkopf und Gelenkpfanne) ausgetauscht, sondern lediglich der Oberarmkopf mit einer Kappe ( Cup Prothese) "überkront". Die normale Anatomie wird wiederhergestellt, der Knochenverlust ist minimal. Die Implantation ist technisch relativ einfach durchführbar, die Operationszeit in der Regel kurz ( < 1 Stunde).

Cup Prothese am Oberarmknochen

 

Schulterhemiprothese und Schultertotalendoprothese

Ist die Schulteranatomie durch die Arthrose oder z. B. einen Oberarmkopfbruch stark verändert, kann bei intaktem Schulterdach ( coracoakromialer Bogen) eine Schulterhemiprothese ( Prothesenschaft mit aufsteckbaren Kopf) bzw. bei zusätzlicher Arthrose der Gelenkpfanne eine Schultertotalendoprothese ( Prothesenschaft mit aufsteckbaren Kopf und künstlichen Gelenkpfannenersatz) implantiert werden.

 

Inverse Delta-Schulterprothese

Einige Patienten konsultieren unsere Praxis mit einer besonderen Form der Schultergelenksarthrose, der sogenannten Defektarthropathie. Dabei handelt es sich um eine Verformung des Oberarmkopfes mit fixiertem Hochstand aufgrund einer unbehandelten Rotatorenmanschettenruptur ( vier Muskeln, die eine gemeinsame, den Oberarmkopf umgreifende Sehnenplatte bilden). Bei diesen Patienten kann die Gelenkstabilität mit einem ausreichenden Bewegungsumfang durch eine herkömmliche Schulterprothese häufig nicht vollständig wiederhergestellt werden. Diesen Patienten kann mit dem Einbau einer Inversen Delta Schulterprothese geholfen werden. Mit dieser Prothese wird das anatomische Verhältnis zwischen Schulterblatt und Oberarmkomponente umgekehrt, so dass das Drehzentrum zur Körpermitte und nach unten verlagert wird, um den Hebelarm des Muskulus deltoideus ( Delta Muskel) zu verlängern. Durch diese Technik wird es dem Patienten ermöglicht mit Hilfe eines einzigen Muskels ( Delta Muskel), bei nicht mehr rekonstruierbarer Rotatorenmanschette den Arm wieder hochzuheben.

Inverse Delta-Schulterprothese

 

 

Nachbehandlung

Die Nachbehandlung erfolgt immer individuell. damit der Patient jedoch ungefähr eine Vorstellung bekommt, hier einige Schemata:

 

HemiCAP.

Unsere Patienten können meist 2 Tage nach Implantation einer HemiCAP die Klinik verlassen. Die Physiotherapie erfolgt zunächst passiv ohne Bewegungseinschränkung, ein Verband ist bis auf die Wundpflaster nicht notwendig. Nach Abschluss der Wundheilung ( ca. 14 Tage ) sind schon aktive Übungen unter Schmerzfreiheit erlaubt.

 

Humerusoberflächenersatz ( Cup Prothese )

Nach Implantation eines Humerusoberflächenersatzes beträgt der stationäre Klinikaufenthalt ca. 4-7 Tage. 24 Stunden nach der Operation beginnt die passive Mobilisierung. Dabei gibt es keine Einschränkung der passiven Bewegung mit Ausnahme der Außenrotation, die aufgrund der Refixation eines Teils der Rotatorenmanschette ( M. subscapularis) nicht forciert beübt werden darf. In den ersten 3-4 Wochen wird ein Gilchrist-Verband angelegt, der aber zum Duschen, Anziehen etc. problemlos abgelegt werden darf. Nach 6 Wochen sind Kräftigungsübungen erlaubt, die im schmerzfreien Bewegungsumfang die nächsten 3- 6 Monate langsam gesteigert werden.

 

Schulterhemiprothese / Schultertotaendoprothese

Nachbehandlung wie beim Humerusoberflächenersatz.

 

Inverse Delta-Schulterprothese

Ähnlich wie beim Oberflächenersatz beträgt der stationäre Klinikaufenthalt ca. 4-7 Tage. Auch hier beginnt die passive Mobilisierung 24 nach der Operation. Die passiven Bewegungen sind ohne Ausnahme nicht eingeschränkt. Wir verwenden lediglich zur Verminderung der Spannung des Deltamuskels anstelle eines Gilchristverbandes meist für 3-4 Wochen ein Abduktionskissen, welches aber auch bei Bedarf gelegentlich abgelegt werden kann. Aktive Kräftigungsübungen im schmerzfreien Bewegungsumfang beginnen 6 Wochen nach der Operation. Eine stationäre Reha ist meist nicht notwenig, ambulante Krankengymnastik zwei mal wöchentlich sollte jedoch mindestens drei Monate durchgeführt werden.

 
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