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Das vordere Kreuzband alt

 

Die Kreuzbänder


 

FUNKTION UND ANATOMIE DER KREUZBÄNDER

Wo liegen das vordere und das hintere Kreuzband ?

Die Kreuzbänder verlaufen in der Mitte des Kniegelenkes zwischen Ober- und Unterschenkelknochen, wo sie sich überkreuzen.

Was machen die Kreuzbänder ?

Kreuzbänder bilden den zentralen Stabilisator des Kniegelenkes. Sie bewirken die mechanische Stabilität des Kniegelenkes in der Vor- / Zurückbewegung sowie durch ihre Verdrillung eine Drehstabilität.
Versucht man, den Unterschenkel gegen den Oberschenkel nach vorne zu ziehen, so spannt das vordere Kreuzband an. Fehlt es, nennt man die unnatürliche Beweglichkeit des Unterschenkels nach vorne "vordere Schublade". Umgekehrt funktioniert es beim hinteren Kreuzband, dies spannt sich an, wenn man den Unterschenkel nach hinten drückt. Wenn es fehlt, nennt man die Beweglichkeit des Unterschenkels nach hinten "hintere Schublade".
Dreht man den Unterschenkel einwärts, spannt sich das Außenband an, dreht man ihn auswärts, hält das Innenband. Die Kreuzbänder bilden dabei die Achse der Drehbewegung. Bei Einwertsdrehung (Innenrotation) des Unterschenkels verdrillen sich die Kreuzbänder und limitieren diese Bewegung.
Solange die Kreuzbänder intakt sind und die zentrale Achse der Rotation bilden, vermitteln sie dem Kniegelenk die sogenannte "Rotationsstabilität". Fehlt eines der Kreuzbänder, ist die Drehachse nicht mehr in der Kniemitte, so dass es zu Schiebebewegungen mit vermehrter Belastung und Schädigung von Knorpel und Meniskus kommt.

Eine weitere, wichtige Funktion der Bänder ist die sogenannte Propriozeption, eine Messfühlerfunktion, die bei vermehrter Anspannung über Reflexe Hilfsmuskeln aktiviert und damit das Knie vor Verletzungen schützt.
Die Propriozeption ist mit einem Kreuzbandersatz sowie meistens auch nach Naht nicht mehr möglich, da Nerven und Tastsensoren nicht nachwachsen. Ihre Funktion kann jedoch durch entsprechendes Training von anderen Rezeptoren übernommen werden.

Kniegelenk

 

 

 

 

  

Kniegelenk

Sicht auf das Kniegelenk von vorne

 Sicht in das Kniegelenk mit Blick auf die untere Gelenkfläche und die Kreuzbänder


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WARUM WERDEN KREUZBÄNDER OPERIERT?

Warum brauche ich ein Kreuzband?

Das vordere Kreuzband ist der zentrale Stabilisator des Kniegelenkes. Ohne vorderes Kreuzband ist das Kniegelenk in Streckstellung nicht ausreichend stabil, so dass Drehbewegungen zum unwillkürlichen Abknicken des Unterschenkels führen ("giving-way"-Phänomen).
Ohne Kreuzband kann das Knie in gewissen Grenzen muskulär stabilisiert und im Alltag eingesetzt werden. Das Knie ist allerdings nicht sportfähig, insbesondere für Stop-&-Go-Sportarten, Ball- und Mannschaftssport. Geführte Bewegungen (Radfahren, Rudern) sind hingegen ohne Einschränkung möglich.

Wann sollte operiert werden?

Wenn das vordere Kreuzband reißt, so hat eine nicht unerhebliche Kraft auf das Knie gewirkt. Dies führt auch zu Kapselverletzungen, häufig sind Innenbandverletzungen und Meniskusrisse. Sehr oft kommt es zu Einblutungen ins Knie ("Hämarthros").
Wenn man ein neues Kreuzband implantieren will, so sollte dies ca. 3 - 8 Wochen nach dem Unfall passieren, wenn das Knie abgeschwollen, schmerzfrei und frei beweglich ist, um Verklebungen nach der Operation ("Fibrose") zu vermeiden.
Zunächst sollte der blutige Erguss akupunktiert werden, wenn das Knie stark geschwollen ist. Meist ist es sinnvoll, das Kniegelenk mit Gehstützen für drei Wochen nur teilweise zu belasten (ca. 50% Körpergewicht). Ruhigstellende Verbände sind nötig, physikalische Therapie, Krankengymnastik und abschwellende Medikamente (z. B. Diclofenac) können sinnvoll sein.
Bei Innenbandrissen ist für sechs Wochen Tag und Nacht eine bewegliche Schiene notwendig, um eine Abheilung der Verletzung zu ermöglichen. Die Schiene sollte die vollständige Kniesstreckung um ca. 10° behindern. Eine Innenbandnaht ist meist nicht erforderlich.

Was kommt auf mich zu, wenn ich mein Kreuzband ersetzen lasse?

Die Operation findet stationär in einer unserer Kliniken statt und erfordert nach der Operation einen Aufenthalt von 2 - 3 Tagen.
Nach der Operation darf das Bein sofort mit 50% Körpergewicht teilbelastet werden. Je nach Operationsbefund wird eventuell eine Schiene angepasst, zunächst eine starre Lagerungsschiene, später eine bewegliche Gelenkführungsschiene (Orthese).
Nach Entlassung aus der Klinik erfolgt zunächst eine vorsichtige krankengymnastische Mobilisierung des Kniegelenkes, die begleitend zur Einheilung des Kreuzbandes für acht Wochen durchgeführt werden soll. Im Anschluss daran wird für ca. zwei bis drei Monate eine ambulante Rehabilitation verordnet (ambulante Reha, AMR). Die Belastung des Kniegelenkes wird nach der OP langsam gesteigert, abhängig von Schwellung und Ergussbildung. Nach Ablauf von zehn Wochen erfolgt dann eine Forcierung der Trainingseinheiten zur Wiederherstellung von Kraft, Funktion und Sportfähigkeit. Die Arbeitsunfähigkeit beträgt - je nach individuellem Verlauf - ca. vier bis sechs Wochen für Bürotätigkeiten, je nach Beruf auch länger.

Was passiert, wenn keine Operation erfolgt?

Nachdem die ersten Verletzungsfolgen abgeklungen sind, geht es dem Knie und dem Patienten zumeist wieder gut. Einige Patienten verspüren ein leichtes Unsicherheitsgefühl und haben Angst, ihren Sport wie gewohnt aufzunehmen; einige Knie sind sogar derart instabil, dass sie in alltäglichen Situationen wegknicken ("giving-way").
Viele Verletzte jedoch befinden sich in einem "beschwerdefreien Intervall". Sie kehren mit der Zeit zur normalen Alltagsaktivität zurück oder treiben sogar wie gewohnt Sport. Trotz aller subjektiven Beschwerdefreiheit gibt es aber kleine, fehlerhafte Dreh-Gleit-Bewegungen im Knie, die auf das fehlende Kreuzband zurückzuführen sind, und trotz subjektiver Stabilität zu schweren Schäden an Meniskus- und Knorpelsubstanz führen (Mikroinstabilität).
Letztendlich kommt es auch bei den zunächst beschwerdefreien Verletzten beim Sport oder im Alltag zum unwillkürlichen Wegknicken des Unterschenkels ("giving-way"). Auch wenn dies nach einigen Malen nicht mehr stark schmerzt, ist dies doch jedes Mal eine schwere Knieverletzung mit Auslockerung des Kapsel-Band-Apparates und eventuell Meniskus- oder Knorpelschaden. Es ist zur Makroinstabilität gekommen. Das beschwerdefreie Intervall ist vorbei. Spätestens mit dem Meniskusschaden ist der Startschuss zur Arthrose des Kniegelenkes gefallen.


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METHODEN DES KREUZBANDERSATZES UND DER REKONSTRUKTION 

Naht des Kreuzbandes oder Kreuzbandersatz?  

Die Naht des Kreuzbandes ist nur in Ausnahmefällen sinnvoll. Sie hat deutlich schlechtere Ergebnisse als der Kreuzbandersatz.
Sinnvoll ist die Kreuzbandnaht bei knöchernem Ausrissen, wenn sie schnell nach dem Unfall durchgeführt wird und das Kreuzband noch nicht geschrumpft ist und in wenigen Fällen bei Kindern.

Kreuzbandprothesen (künstlicher Kreuzbandersatz) 

Die Kunststoff- und Kohlefaserprothesen waren in den 80ern die Hoffnung der Kreuzbandchirurgie, da kein Verlust körpereigener Sehnen erforderlich war.
In der Folge haben aber fast alle Knie mit Reizerscheinungen ("Kunststoffarthritis") und Einheilungsstörungen reagiert, was in den meisten Fällen die Entnahme der Bandprothese erforderlich machte.
Die Kreuzbandprothese ist - nach dem momentanen Stand der Entwicklung - gescheitert.

Patellarsehne als Kreuzbandersatz 

Bei der Patellarsehne entnimmt man meist das mittlere Drittel der Kniescheibensehne. An den Enden des Sehnenstückes lässt man kleine Knochenstücke stehen, je eines vom Schienbeinansatz und von der Kniescheibe.
Die Schnittführung reicht - je nach Technik - von der kompletten Knieeröffnung bis zur arthroskopisch assistierten Operation mit Endo-Button und zwei kurzen Schnitten an Kniescheibe und Schienbein.
Im Vergleich zum originalen Kreuzband ist die Patellarsehne relativ starr. Der Streckapparat reagiert auf die Schwächung der Sehne um ein Drittel häufiger mit chronischen Reizzuständen oder Verkürzung der verbliebenen Patellarsehne.
Vorteilhaft sind die Knochenblöcke, die bei korrekter Verankerung im Ober- und Unterschenkelknochen eine schnelle und feste Knochen-zu-Knochen-Heilung ermöglichen. Der Kreuzbandersatz mit Patellarsehne dient uns als bewährtes Reserveverfahren.

Semitendinosus Sehne als Kreuzbandersatz

Wir verwenden in den meisten Fällen die Semitendinosussehne als Kreuzbandersatz. Details und Vorteile siehe unten...


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VORTEILE DER SEMITENDINOSUSSEHNE ALS KREUZBANDERSATZ

Die Semitendinosussehne wird von uns seit 1985 für den vorderen Kreuzbandersatz bevorzugt verwendet. Seit 1993 als vierfach Implantat in unserer "Folded Tube Technique". Vorteil ist, dass alle 4 Sehnenschenkel über die Sehnenschlaufen optimal vorgespannt werden können und sich die Krafteinleitung später im Knie gleichmäßig auf alle Schenkel verteilen kann. Dies ist Voraussetzung für eine extrem hohe Gesamtbelastbarkeit dieses Sehnenimplantates von über 4000 N (Hamner, Brown 1999). Seit 1993 wurden von uns ca. 2800 Patienten mit diesem Implantat versorgt.

Implantatwahl für den vorderen Kreuzbandersatz

Die Semitendinosussehne hat für den vorderen Kreuzbandersatz eine Reihe von Vorteilen: Es entsteht bei ihrer Entnahme kein zusätzliches Trauma für den Streckapparat des Kniegelenkes. Die Sehnenentnahme wird daher von den Patienten gut toleriert und es kommt nicht zu der von der Patellarsehne bekannten Entnahme-Defekt-Arthropathie. Die postoperative Rehabilitation gestaltet sich daher in der Regel problemarm. Das Sehnenimplantat besteht aus multiplen Strängen, was für eine Stabilisierung des Kniegelenkes über den gesamten Bewegungsumfang von Vorteil ist (Allen CR, Woo SL et al. 1999). Das kosmetische Ergebnis ist überzeugend.

Entnahme der Semitendinosus Sehne

Entnahme der Semitendinosus Sehne

Entnahmetechnik: Über einen kleinen Hautschnitt wird die Semitendinosus Sehne entnommen

Die Semitendinosussehne kann auch bei jungen Patienten mit noch offenen Wachstumsfugen verwendet werden. Die Sehne ist vierfach gelegt und gleichmäßig angespannt das stärkste zur Verfügung stehende körpereigene Transplantat, was besonders für Leistungssportler von Bedeutung ist.
Von Nachteil ist, dass die Semitendinosussehne nicht über Knochenblöcke für eine einfache Fixierung und rasche Einheilung verfügt. Dies hatte bislang zur Folge, dass die postoperative Rehabilitation sehr vorsichtig gestaltet werden musste, um die Einheilung des Sehnenimplantates im Knochenkanal nicht zu stören.

Tibiale und femorale RigidFixation

Seit dem Jahr 2000 stehen neue Cross-Pins für die Fixation von Sehnen-Implantaten für den Kreuzbandersatz zur Verfügung. Es handelt sich um das RigidFix System der Fa. Mitek, das zunächst nur für die femorale Fixation (Fixation im Oberschenkelknochen) vorgesehen war. An der Entwicklung auch der tibialen Fixation (Fixation im Schienbein) von Sehnen-Implantaten mit RigidFix konnten wir selbst teilhaben.

OP-Technik

OP-Technik

OP-Technik

OP-Technik

Anlage der Bohrkanäle

Implantat wird eingezogen

Implantat ist mit Cross-Pins fixiert

Das Prinzip der RigidFixation besteht in der Arretierung des Sehnen-Implantates durch jeweils resorbierbare Cross-Pins femoral und tibial (Abb.1, 2). Die resorbierbaren Cross-Pins haben einen Durchmesser von 3,3 mm und bestehen aus resorbierbarem Kunststoff (Poly-L-Lactid:PLLA). 

 

Cross Pin Prinzip

Kompressions-Prinzip:
die Cross-Pins pressen das
Sehnenimplantat an den Knochen.

Bei der RigidFixation erfolgt die intraossäre Fixation durch Kompression und Piercing des Implantates im Knochenkanal (Abb.2). Die maximale Belastbarkeit ist sehr hoch mit femoral 958 N +/- 185N (Orthopedic Biomechanic Institute, Salt Lake City 1998).

Die Semitendinosussehne kommt in ihrem Elastizitätsverhalten dem originalen Kreuzband sehr nahe, was für das Kniegelenk optimalen Komfort bedeutet. Bei ruckhafter Zugbelastung können Spitzenkräfte auftreten, die vom Band abgefedert werden müssen. Bei relativ unelastischen Implantaten wie der Patellarsehne kann es zur Überlastung der Gelenkflächen kommen.
Die Reißfestigkeit einer vierfach gelegten Semitendinosussehne übertrifft alle gängigen Kreuzbandimplantate, und die des Original-Kreuzbandes um über 100%. Hier ist es von Vorteil, dass die Semitendinosussehne als Vierfachimplantat die meisten Bandfasern enthält.

Weniger Beschwerden nach der Operation

Der entscheidende Vorteil der Semitendinosussehne liegt darin, dass die Patienten weniger Schmerzen haben. Durch die Entnahme der Sehne entstehen kaum Beschwerden und der Verlust der Sehne wird nicht beklagt.
Die Operationstechnik erfordert nur minimale Hautschnitte, so dass die Weichteile nicht sehr verletzt werden. Dies ist vor allem für die krankengymnastische und sportliche Rehabilitation wichtig.
Auch Spätbeschwerden, wie Gelenkversteifung durch Vernarbung oder chronische Knieschmerzen, treten seltener auf als bei Eingriffen, bei denen das Kniegelenk eröffnet wird.
Der Streckapparat und die Kniescheibensehne werden nicht beeinträchtigt, so dass hier Funktionsverluste oder Schmerzzustände insbes. beim Knien nicht auftreten. Der Semitendinosus-Muskel verliert zwar seine Funktion, wird aber durch benachbarte Muskeln, die einen ähnlichen Verlauf haben, in seiner Funktion ersetzt.

Nur ein kleiner Einschnitt...

Bei der Operation benötigen wir zwei kleine Einstiche für die Arthroskopie auf der Innen- und Außenseite der Kniescheibensehne, sowie einen ca. 2 langen Schnitt auf der Innenseite der Schienbeinvorderkante für die Sehnenentnahme und die Bohrkanäle. Diese werden mit Hautnähten oder Wundklammern verschlossen.
Im Vergleich zu anderen Operationsverfahren, die mehr Einschnitte oder sogar die Eröffnung des Kniegelenkes erfordern, bietet die Semitendinosus-Technik ein kosmetisch überzeugendes Ergebnis mit geringen Beschwerden nach der Operation und eine komplikationsarme Nachbehandlung und Rehabilitation.


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ABLAUF DER OPERATION

Arthroskopie

Zunächst wird das Kniegelenk arthroskopisch untersucht und das vordere Kreuzband noch einmal geprüft. Begleitende Verletzungen wie Meniskus- und Knorpelschäden werden ggf. arthroskopisch behandelt.

Entnahme der Sehne

Die Semitendinosussehne wird durch einem ca. 2 cm langen Schnitt etwas mittwärts der Schienenbeinvorderkante an ihrem Ansatz dargestellt und abgelöst. Mit einem Ringmesser an einem langen Stab wird die Sehne im Oberschenkel vom Muskelgewebe gelöst.

Vorbereiten des Gelenkes

Das Gelenk wird arthroskopisch für die Aufnahme des neuen Kreuzbandes vorbereitet. Das alte Kreuzband wird so weit wie möglich belassen, es umhüllt und versorgt das Sehnenimplantat mit Nährstoffen sowie Blutgefäßen und dient als Schutz gegen Gelenkflüssigkeit.
Für das neue Kreuzband werden über den Schnitt an der Schienbeinvorderkante Bohrungen angebracht, in denen das Implantat verankert werden soll. Ihr Durchmesser entspricht dem des Implantates.

Präparation des Implantates aus der Sehne

Gleichzeitig wird von einem zweiten OP-Team die Semitendinosussehne vierfach gelegt und vernäht.
Mit einer Länge von ca. 24 - 32 cm erlangt sie als Vierfach-Implantat eine Länge von 6 - 8 cm und einen Durchmesser von 6,0 bis 9,0 mm.
Bei der von uns angewandten Nahttechnik entstehen auf der körperfernen Unterschenkelseite zwei freie Schlaufen, die bei der Fixierung getrennt angespannt werden, um das natürliche Verhalten eines Kreuzbandes nachzuahmen. Dieses besteht ebenfalls aus verschiedenen Faserbündeln, die sich bei unterschiedlichen Beugegraden unterschiedlich anspannen.

Einsetzen und Fixieren des Implantates

Das neue Kreuzband wird durch die Bohrkanäle in das Knie eingezogen. Die Fixation erfolgt, je nach Beschaffenheit der Sehne, entweder mit Stiften (RigidFixation), die sich später auflösen können oder mit kleinen Titan-Implantaten (EndoButton und SutureDisc), die nicht entfernt werden müssen.

Wachstumsfaktoren

Die Einheilung des neuen Kreuzbandes im Knochen kann zusätzlich durch körpereigene Wachstumsfaktoren gefördert werden. Diese werden in einem neuen biotechnologischen Verfahren während des operativen Eingriffs von uns aus dem Patientenblut hergestellt (PDGF).

Herstellung von Wachstumsfaktoren aus dem Patientenblut Einbringen der Wachstumsfaktoren zur Verbesserung der Kreuzbandheilung


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NACHBEHANDLUNG UND AKTIVITÄT

Das neue Kreuzband wird in Knochenkanälen verankert. Es dauert ca. acht bis zehn Wochen, bis eine feste Verbindung zwischen Kreuzband und Knochen entstanden ist. Entsprechend sollten Sie vorsichtig sein und das Nachbehandlungsschema sorgfältig beachten.

In der 1. postoperativen Woche benötigt das Knie viel Ruhe, um sich von dem Eingriff zu erholen. Sie dürfen am 1. postoperativen Tag mit Gehstützen unter Fußsohlenkontakt der operierten Seite aufstehen. In den ersten drei Wochen bleibt es beim Fußsohlenkontakt ohne wesentliche Belastung der operierten Seite. Das Knie darf dabei frei bewegt werden.

Ab der 4. postoperativen Woche ist Teilbelastung mit 50% des Körpergewichtes erlaubt.

Ab der 6. Woche ist Vollbelastung möglich. Bei der Vollbelastung handelt es sich um eine Krankengymnastische Übung, um die Muskulatur möglichst kräftig zu erhalten. Sie sollen hierbei vorsichtig sein und nur auf ebenem Untergrund und unter Anspannung der Muskulatur gehen.

Auf unebenem Gelände und in unübersichtlichen Situationen benutzen Sie bitte weiter die Gehstützen. Beim Stehen sollten Sie die "Ski-Abfahrtshaltung" beachten (Knie leicht gebeugt, Oberkörper vorgeneigt. Dies ist eine gute Stellung zum Schutz Ihres neuen Kreuzbandes und zur Kräftigung Ihrer Oberschenkelmuskulatur. Für mehr Komfort und zum Schutz der Kreuzbandeinheilung erhalten Sie eine Knieführungsschiene.

Bewegungsübungen
Bewegungsübungen werden unter krankengymnastischer Anleitung ab dem 2. Tag nach der Operation durchgeführt. Hierbei wird die Streckung und die Beugung schrittweise erarbeitet. Wichtig ist, dass Beugeübungen nicht forciert werden, solange noch ein Erguss im Knie ist. Unter Anleitung machen Sie die Übungen ohne Mecron-Schiene oder Knieführungsschiene. Merken Sie sich bitte das Übungsprogramm. Dieselben Übungen sollen Sie zu Hause selbständig dreimal täglich durchführen. Übungen wie das Training auf dem Heimfahrrad erfolgen immer ohne Knieschiene, da es sich um geführte Bewegungen handelt.
In den ersten acht Wochen nach der Operation ist die Bewegungstherapie im Rahmen krankengymnastischer Übungen völlig ausreichend.
Erst danach, und wenn das Knie erguss- und reizfrei ist, wird eine ambulante Rehabilitation (AMR) verordnet; in der Regel ca. 20 Therapieeinheiten (2 - 3 pro Woche).

Derotationsschiene
(Brace, Orthese, Knieführungsschiene)
Falls erforderlich, tragen Sie die Derotationsknieschiene bitte bis zur 6. Woche postoperativ tagsüber. Nachts können Sie die Mecron-Schiene benutzen. Nach der 6. Woche bis einschließlich 3. Monat reicht es, wenn Sie bei Bedarf die Derotationsschiene tagsüber tragen.

Auch wenn ohne Schiene nachbehandelt wird:
Die Bewegungsübungen sollten postoperativ auf 0/120 Grad und nach der 6. Woche ohne Begrenzung gesteigert werden. Drei Monate nach der Operation sollte eine volle Streckung im Kniegelenk möglich sein.

Muskeltraining
Auf keinen Fall soll Ihr Gelenk in den ersten zehn Wochen zwischen 30 und 0 Grad gegen Widerstand in die volle Streckung gebracht werden. Übungen auf einem isokinetischen Trainingsgerät sind auf DAUER nicht erlaubt. Es besteht die Gefahr, dass ihr neues Kreuzband durch die Wechselbelastungen wieder locker wird.

Sport
Ab der 4. postoperativen Woche sind Übungen auf dem Heimfahrrad erlaubt. Das Knie muss allerdings ausreichend schlank sein.
Ab der 8. Woche nach der Operation ist Radfahren erlaubt. Seien Sie aber vorsichtig beim Auf- und Absteigen.
Nach 12 Wochen nehmen wir an, dass das neue Kreuzband ausreichend sicher im Knochen verheilt ist. Ab diesem Zeitpunkt wird die Sport-Rehabilitation forciert. Belastungssteigerungen sind jetzt abhängig von den individuellen Fähigkeiten der Patienten hinsichtlich Kraft und Koordination.
Mit Lauftraining darf ab dem 4. Monat nach der OP auf weichem Boden begonnen werden, wenn sich Ihr Physiotherapeut davon überzeugt hat, dass Sie muskulär und koordinativ Ihr Knie ausreichend stabilisieren können. Im Zweifel sind Fahrradfahren oder andere geführte Bewegungen immer besser.
Stopp- & Go- sowie Kontakt-Sportarten sollten erst aufgenommen werden, wenn Ihr Sportphysiotherapeut grünes Licht gegeben hat. Er muss sich selbst davon überzeugt haben, dass Sie koordinativ und muskulär ausreichend fit sind, um Ihren Sport ohne Gefahr für das Kniegelenk auszuüben. Hier gibt es bei den Patienten große Unterschiede. Einige sind bereits nach ca. 4 Monaten sicher. Andere brauchen ein ganzes Jahr, um ihren Sport wieder ausüben zu können.

Nachsorge
Wir führen Kontrolluntersuchungen nach sechs Wochen, drei, sechs und zwölf Monaten durch. Dabei können wir die Stabilität überprüfen sowie ggf. Probleme bei der Nachbehandlung rechtzeitig erkennen.

Probleme
Wenn Sie über eine längere Zeit nach der Operation noch Ergussbildungen haben oder das Strecken im Kniegelenk erschwert ist oder "Knack"-Geräusche im Knie auftreten, kommen Sie bitte rechtzeitig zu einer Kontrolluntersuchung.
Bei Überwärmung des Kniegelenkes, starker Schwellung oder Schmerzen stellen Sie sich bitte umgehend in unserer Praxis vor, falls Krankheitsgefühl, Fieber oder Schüttelfrost auftreten, melden Sie sich bitte sofort bei uns!

Operationsrisiken
Statistisch betrachtet handelt es sich bei dem von uns durchgeführten Kreuzbandersatz nicht um einen "gefährlichen" Eingriff. Ernste Komplikationen sind außerordentlich selten. Dennoch sind Komplikationen und unerwünschte Folgen nicht auszuschließen. Über allgemeine und besondere Operationsrisiken informieren wir Sie in einem persönlichen Gespräch und geben Ihnen eine individuelle Prognose hinsichtlich des zu erwartenden Operationsergebnisses unter Berücksichtigung Ihrer individuellen Besonderheiten.
Entsprechend den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und des Berufsverbandes für Orthopädie möchten wir auf mögliche Folgen und Komplikationen eines Kreuzbandersatzes hinweisen:
Allgemeine Risiken und Komplikationen: Hämatom, Wundheilungsstörung, Wundinfekt, tiefe Beinvenenthrombose, Embolie, Gefäßverletzung, Nervenverletzung.
Spezielle Folgen: Bewegungseinschränkung, Nahtinsuffizienz, Transplantatlockerung.

Komplikationen:
Patellafraktur (nur bei Kreuzbandersatz mit Patellarsehne), Allergie, Tourniquetschaden, Schmerzpersistenz, Arthrose, Metallallergie.


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Das vordere Kreuzband im Arthroskop

Zur Orientierung betrachten Sie bitte die Abbildung unten:

Sie zeigt das Knie in 90 Grad Beugung, wie wir es bei der Operation sehen. Der weiße Kreis enthält (in etwa) den Bildausschnitt.

Die nachfolgenden Bilder zeigen beispielhaft die Befunde unterschiedlicher Patienten.


Vorders Kreuzband im Arthroskop

Dieses vordere Kreuzband ist intakt.



Hier ist vor 8 Wochen das vordere Kreuzband gerissen. Das Bild ist aufgrund der beim Unfall aufgetretenen Blutung leicht abgedunkelt. Der Riss ist nicht sofort zu sehen gewesen, nur mit einem Tastaken, der am Kreuzbandstumpf zieht, sieht man die Lücke links oben.

Kreuzband Implantat

Das eingezogene Kreuzbandimplantat.

Kreuzbandimplantat im Arthroskop 4 Jahre nach OP

Ein Kreuzbandimplantat vier Jahre nach der Operation.


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